Jetzt hab ich mir übere mehrere Wochen hinweg mit Arne öfters Mal Sacred 2 für die Playstation 3 aus der Videothek geliehen. Wir haben sehr viel Zeit in unsere Charaktere (eine feuerballschießende und Alles vaporisierende Hochelfenmagierin und eine zwei Klingen führende, unheilvollschnetzelnde Seraphimkriegerin) gesteckt (über 40 Spielstunden!) und haben es so eben geschafft, gegen den letzten Endgegner anzutreten und damit die “Licht”-Kampagne zu 100% zu erfüllen. Zuerst einmal: Sacred 2 ist ein Spiel mit einer sehr umfangreichen Spielwelt. Wir sind 40 Stunden da rumgerannt und hatten nicht die Hälfte der Spielwelt gesehen, obwohl wir anfangs (bis kurz vor Ende, so ab Spielstunde 35-36 nicht mehr) jeden, wirklich jeden Quest angenommen und gewissenhaft erfüllt haben. Wir haben jedem Bauern seine Karnickel gesucht, jedes kleines Kindes Teddy gerettet und sogar Rattenschwänze gesammelt. Natürlich auch Drachen gejagt, aber die meiste Zeit dann doch eher Beeren gesammelt. Wir sind viel rumgekommen und haben trotzdem die Hälfte nicht gesehen, SO umfangreich ist die ganze Sache. Da war sogar ein komplett animiertes Blind Guardian Konzert mitten im Spiel. Dieses musste man auch erstmal freispielen, in dem man den Musikern ihre Instrumente besorgte etc. pp. Vom etwas eigentümlichen Charme und teilweise sehr flachen Humor der Entwickler mal abgesehen, merkte man also durchaus, dass jemand sehr viel Liebe in Details gesteckt hatte (weniger in geschickte Wegführung, aber das ist ein gaaanz anderes Thema). So, da stehen wir nun. Im Angesicht des Todes und der Höhle des Löwen. Verschießen Feuerbälle, Infernowände und lassen Meteoren regnen. Es fließt Blut. Unser Blut, der Feind ist eine Maschine. Sie existiert in vierfacher Ausführung. Die Letzte, die Vierte sogar doppelt so groß, wie die anderen drei. Arnes Schwerter schneiden durch den Stahl und schlagen klaffende Wunden in den technomagischen Moloch, doch es ist zu viel, die mutige Seraphim geht zu Boden. Die Magierin versucht verzweifelt die Stellung zu halten, während ihre Mitstreiterin den göttlichen Funken erneut eingehaucht bekommt und kann, wider Erwarten, sogar diesen Kampf, mit einem finalen Stoß für sich entscheiden. Es folgt, was folgen muss….
Es werden keine Wunden versorgt, auch keine Tränen geweint, ob der Anstrengung die hinter einem liegt und der Anspannung, die von einem fällt, nein nein. Es gibt nur ein Wort: Beute. Im Spielerjargon Loot. Die Ausbeute ist dramatisch gering, die Spieler sind frustriert. Dafür wars jetzt dieser Kampf? Naja, eventuell kriegt mans ja von der Bevölkerung gedankt, dass man so eben die gesamte Welt gerettet hat, denken sich die wackeren Recken. Also geht man ehrfürchtig an das nun frei erreichbare Schaltpult, legt die Hand auf den Hebel…drückt den Hebel. Der Bildschirm friert kurz ein, eine Schrecksekunde..doch etwas wird geladen. Es ist…
…das Hauptmenü.
Die Playstation zeigt den lakonischen Hinweis “Trophäe freigespielt ‘Retter von Ancaria’” oben rechts in der Statusanzeige. Daneben ein 50×50 Pixel großer Orden. Bronzefarben. Hallo Hauptmenü. Ende des Spiels, in das wir 40 Stunden Spielspaß gesteckt haben. Seraphim und Hochelfe werden wieder zu Arne und Chris und ein schaler Geschmack macht sich im Mund und auch im Herzen breit.