Nachts auf einer Bushaltestellenbank erlebt man die merkwürdigsten Dinge. Pinke Sterne tauchen aus dem Nichts auf. Antilopen rascheln im Gebüsch und Hyänen lachen hysterisch irgendwo in deinem Rücken. Blätter fallen wie Mäuse oder Katheder vom Himmel. Drei blonde Frauen von denen zwei blondiert sind, eine brünett. Du begegnest ihnen oft. Männer, die sich im Schein der orangenen Zebrastreifenbeleuchtung die Oberstadt hinaufquälen, nur um wieder runter zu fahren und sich erneut zu geißeln.
Ein roter VW T2 dreht einsam seine Runden…immer und immer wieder. Immer die gleichen Gesichter. Immer im gleichen Ablauf. Wie in der Truman Show. Viele Stunden lang sitzt du da, lässt das Leben um dich herum ziehen, es fährt Kreise um dich. Beobachtet dich, wie einen Außenstehenden, euch wie Außenstehende. Ausgestiegene. Manchmal kommt es vor, dass dich das Leben fast angreift. In Form von Peter Lustig. In Lederjacke. Betrunken. Mit einem gestohlenen Stuhl, aus einer Bar, in der er wohl gerade die Zeche geprellt hat. Er philosophiert über deine Körpertemperatur und Semantik, bevor er mit seiner Alkoholfahne im Dunkeln der Nacht verschwindet. Kurz innehält, überlegt, ob er sich übergeben soll, seinen Stuhl dann schultert und einfach vom Schatten gefressen wird. Es geht schnell um, aber das ist Leben und es fühlt sich gut an.