Monat: September, 2009

Nachdem ich neulich noch stolz mein Equipment zur Schau stellte, ist nun ein ekelhaftes Ereignis eingetreten. Mein Sigma 70-300mm Telezoom starb. Diagnose: Vermutlich eine Zahnleiste des Autofokus kariös. Das führt beim fokussieren zu a) einem markerschütterndem Geräusch und b) zu einem Vibrieren des gesamten Objektivtorsos, sowie des Kamerabodys. Fühlt und klingt echt fürchterlich. Stellt nicht mehr scharf und ich hab keine Lust das zu ignorieren (und manuell zu fokussieren), da ich nicht denke, dass diese kleine Fehlfunktion sonderlich gesund für das Bajonett ist.
Also werde ich nun mal die Kaufunterlagen raus suchen und schauen, wie das mit Garantie so aussieht. Möglichkeit b) wäre, das Teil Tobis Vater anzuvertrauen, der bastlerisch so begabt ist, es mal auf zu schrauben, das Zahnrad zu entfernen, welches die Leiste antreibt, so dass ich faktisch einfach keinen Autofokus hab. Aber auch kein kaputtes Rödeln auf einer zahnlosen Kauleiste. Und wehe jetzt bringt jemand den “Ick blas opp Felge”-Witz. Dann bin ich echt ungehalten. Ich will echtes, tiefehrliches, herzzereißendes Mitleid. Junge.

Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral

Heute benutze ich meinen Bruder als Plattform. Er hat sich auf seiner Berlinfahrt ein Brechtstück angesehen und läuft nun mit dem guten alten Bertolt auf dem Rücken rum. Danke an Jonas ;)

Nachts auf einer Bushaltestellenbank erlebt man die merkwürdigsten Dinge. Pinke Sterne tauchen aus dem Nichts auf. Antilopen rascheln im Gebüsch und Hyänen lachen hysterisch irgendwo in deinem Rücken. Blätter fallen wie Mäuse oder Katheder vom Himmel. Drei blonde Frauen von denen zwei blondiert sind, eine brünett. Du begegnest ihnen oft. Männer, die sich im Schein der orangenen Zebrastreifenbeleuchtung die Oberstadt hinaufquälen, nur um wieder runter zu fahren und sich erneut zu geißeln.
Ein roter VW T2 dreht einsam seine Runden…immer und immer wieder. Immer die gleichen Gesichter. Immer im gleichen Ablauf. Wie in der Truman Show. Viele Stunden lang sitzt du da, lässt das Leben um dich herum ziehen, es fährt Kreise um dich. Beobachtet dich, wie einen Außenstehenden, euch wie Außenstehende. Ausgestiegene. Manchmal kommt es vor, dass dich das Leben fast angreift. In Form von Peter Lustig. In Lederjacke. Betrunken. Mit einem gestohlenen Stuhl, aus einer Bar, in der er wohl gerade die Zeche geprellt hat. Er philosophiert über deine Körpertemperatur und Semantik, bevor er mit seiner Alkoholfahne im Dunkeln der Nacht verschwindet. Kurz innehält, überlegt, ob er sich übergeben soll, seinen Stuhl dann schultert und einfach vom Schatten gefressen wird. Es geht schnell um, aber das ist Leben und es fühlt sich gut an.

Neeiiin, ich werde keine Wahlwerbung machen. Wählt wegen mir, was ihr wollt. Wählt euch selbst (ungültig) oder geht nicht hin. Das ist eure Entscheidung. Wobei ich davon ausgehe, dass Polaroidmedchenleser zur richtigen Entscheidung tendieren.
Nun, da sind wir. Im “Superwahljahr” 2009 und die Bundestagswahl steht an. Jeder will Pappa Bear werden, auch die alte Pappain tritt wieder an, der Steinbär ist auch dabei und der Westerbär will dieses Jahr endlich mal einen Regierungsposten haben.
Das sollen sie gerne machen. Den gemeinen Bürger tangiert dies im Moment, vom ach so bissigen TV-Duell abgesehen, nur in Form von überschwänglicher Wahlreklame. Und was ist des Politikers Lieblingsformat? Dreimeterfünfzig mal einmeterfünfzig. Auf billigem Papier gedruckt, über den Malboromann tapeziert. Als A0-Aufsteller an jeder Straßenecke. Als nationale Wacht, hoch oben am Laternenpfahl.
Es erdrückt. Es langweilt. Es ist zu viel. Es informiert nicht, es nervt schlicht. Wem geht es auch so? Seid ehrlich? Traurig wie viel Geld an Wände gekleistert wird, wo es die Leute doch eh nur stört und keinerlei Nutzen erfüllt. Entweder man wählt, was man immer wählt. Oder man informiert sich vielleicht sogar. Aber ich wähl’ doch nicht den, der mehr Plakate…naja…spammt.
Also lauf ich so durch Siegen, FDPCDUCSUSPDLinkeNPDBündnis90/Die GrünenREP-Plakate ausblendend und sehe auf einmal, auf Wahlplakathöhe, im Wahlplakatformat das Headerbild des Eintrags und war froh. Fand ich schön. Wählt es doch einfach.

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.
Artikel 1 – Menschenrechte.

Okay, ich habe den Eintrag direkt mit einer Lüge begonnen. Wie unvorteilhaft für meine Leserschar, aber verzeiht mir.
Wie damals schon angekündigt wollte ich – aus aktuellem Anlass – mal vorstellen, womit ich im Regelfall fotografiere.
Seit knapp einem Jahr bin ich im Besitz einer DSLR. Es ist eine Sony a200, die es inzwischen in der “aufgefrischten” 230er Variante gibt. Es handelt sich hier bei um einen Body mit 10,2 Megapixel und einem APS-C (CCD)-Sensor. Sie hat einen integrierten Stabilisator, benötigt also keinen extra Stabi im Objektiv.
Zu den Objektiven: Natürlich das Kit-Objektiv, welches mit dem Body geliefert wurde. Es deckt einen Bereich von 18-70mm ab, bei einer Blende von 3,5-5,6. Also ein recht klassisches Weitwinkelkitobjektiv, von Sony selbst. Als Tele nutze ich zur Zeit ein 70-300mm von Sigma, dessen Blendenbereich von 4-5,6 geht. Beide natürlich nicht super-lichtstark, aber dafür erschwinglich.
Für das Weitwinkel habe ich noch einen Fisheyeaufsatz, der eine Verkleinerung der Brennweite mit dem Faktor x0,25 erzeugt. Ich nutze zudem ein einfaches HAMA-Arme-Leute-Stativ und habe einen Batteriegriff, der einen Hochformatauslöser hat und Platz für einen weiteren Akku bietet.
Nun, warum beschreibe ich meine Ausrüstung gerade nun? Ich habe mir was neues gegönnt. :) Eine 50mm Festbrennweite (das ist in etwa der Blickwinkel eines menschlichen Auges), mit einer Blende von 1,8. Die ist entsprechend um einiges lichtstärker. Ich bin also sehr, sehr gespannt. Sobald sie da ist, werd ich euch natürlich nicht mit Beispielen und einem kleinen Testbericht verschonen können.