Es ist nachts. Nein, eigentlich ist es morgens. Es dämmert seicht. Nur ein ganz schwaches tiefblau, welches den schwarzen Himmel durchzieht. Die ersten Boten von Sonnenlicht, welches sich in der Atmosphäre unserer Hemisphäre bricht. Ich bin alleine unterwegs. Bis vor 10 Minuten war sie noch bei mir. Um diese Zeit ist es ziemlich still. Feiern tut keiner unter der Woche. Die Ersten, ja die Ersten stehen auf und begeben sich auf den langen, beschwerlichen Weg zur Arbeit. Ich kann sie nicht mit meinem Lächeln gewinnen. Sie sind wie Zombies. Ich bin wie Adrenalin und Trinitrotoluol. Eigentlich eine reizvolle Kombination mit Zombies, aber sie finden weder an meinem überschäumenden, explodierenden Gefühlen noch an spontanen Splatterinszenierungen Gefallen. Summend, singend, wandele ich durch die Stadt. Auf meinem Weg durch die Straßenschlangen, in Richtung meines Bettes. Wir sind in der Regenhauptstadt. Mein Gesicht ist ohne Regen. Der Himmel findet das nicht gut, er öffnet sich und flutet mich. Überrumpelt meinen Geist. Gefühlstrunken und hypnotisiert zieh ich meine Jacke aus, tanze auf der Straße im strömenden Regen. Atme die warme Nachtluft ein. Erfüllt vom Regen, der so viel weg spült. Nur ich und meine neuen Gefühle. Ich kann es nur jedem empfehlen. Geht raus. Tanzt nachts im Regen auf der Straße eurer Heimatstadt – mit einem Lächeln und dem Namen eures Medchens auf den Lippen.