In Wien geht nun auch der Kampf los, der seit einigen Jahren an deutschen Unis mehr oder weniger (mehr weniger) erfolgreich gefochten wird. Man wehrt sich gegen die Auswirkungen des Bologna-Prozesses und die Einführung von Zulassungsbeschränkungen und Studiengebühren. Dazu wurde heute Vormittag (und so ist es zur Zeit auch noch der Fall) das Auditorium Maximum der Universität Wien von Studierenden besetzt.

Nachdem am Donnerstag mehrere hundert Studenten den größten Hörsaal der Uni Wien besetzt haben, hat die Polizei kurzfristig den Zugang zum Auditorium Maximum am Nachmittag abgeriegelt. Die Studenten, die gegen den Bildungsabbau protestieren, durften den Hörsaal nur mehr verlassen. Um etwa 17 Uhr wurden die Beamten wieder abgezogen. Grund: Der Vizerektor der Universität Wien, Johann Jurenitsch hat entschieden, dass das Audimax zum jetzigen Zeitpunkt nicht geräumt werden soll.
Quelle

Die Polizei spricht hier von 300-400 Demonstranten, diese selbst geben sich mit 1000 Personen zuversichtlich, die Wahrheit wird wohl – wie immer – irgendwo dazwischen liegen. Das ganze geht sowohl von Studenten der Uni Wien selbst, als auch von Kunststudenten der Akademie der bildenden Künste aus und zog sich als Demonstrationswurm von eben jener durch die Stadt bis hin zum Rektorat.
Tja und als deutscher Student? Steht man da mit etwas Wehmut. Man hat sich an die Studiengebühren gewöhnt, auch wenn immer wieder ein Aufzucken durch den fast leblosen Leib der Studiengebührgegnerschaft geht. Und die Auswirkungen des Bologna-Prozesses, sprich die Bachelorisierung? Die ist voll angekommen. Als Lehrämtler habe ich davon in Siegen noch nichts gemerkt (erst ab 2011 wird wohl der Ba/Ma of Education eingeführt). Als Studierender der Medienwissenschaften werde ich nun an die Hand genommen und durch meine 6 Semester durchgeprügelt. Und ja, was soll ich auch anderes machen? Ich wünsch euch viel Erfolg in Wien… ;) Von ganzem Studentenherzen.