Ich exhumiere nochmal altes Textwerk. Hab den letzten Satz der ursprünglichen Fassung gestrichen, weil er mir gegen den Strich ging. Wer ihn errät, gewinnt den Emopreis am purpurnen Band (mit Kirschen und Totenköpfen aaawe cuuutey ayh! </3). So gefällt mir der Text aber sinnmäßig wiederum ganz gut.
Als ich aus dem Aufzug ausstieg erwartete ich noch die Unterwäscheabteilung. Als sich das gebürstete Metal vor mir jedoch nahezu lautlos zweiteilte erblickte ich einen Dschungel. Begierig auf neue Erfahrungen lies ich mich nicht daran hindern die Liftmusik hinter mir zu lassen und Muzak gegen Kakadu zu tauschen. Meine Ohren dankten es mir.
Mir war heiß, es war drückend. Ich war nicht ausreichend akklimatisiert. Dritter Stock Sportwaren und Spielzeuge, vierter Stock grüne Hölle. Das ging viel zu schnell. Ich übergab mich in einen kleinen Busch. Sofort sprossen wilde Blüten in allen erdenklichen PopArt-Farben aus ihm hervor. Das entzückte mich. Es schien sowieso ein sehr bezaubernder Ort zu sein, den ich hier gefunden hatte. Und nur, weil die Rolltreppe außer Betrieb war.
Ich betrat den Trampelpfad und schlenderte dahin. Ignorierte Schlingpflanzen, die meinen Gang für ein paar Meter bremsten und vergaß um die Gefahr giftiger Insekten und sonstigem Getier. Ein Tümpel, ich hatte Durst. Die zehn Minuten Fußweg hatten bei dieser Luftfeuchtigkeit eine enorme Wirkung auf den natürlichen Kühlungsmechanismus meines Körpers. Ich schwitzte sehr stark. Zum Glück war dies kein öffentlicher Kaufhausdschungel. Ein kühlender Schluck aus der perlenden Quelle würde meinem Körper gut tun. Diese Temperaturen waren wirklich unwirtlich, unmenschlich.
So stehe ich nun vor dem flachen Gewässer, gehe auf meine Knie und ignoriere die braunen Flecken von weichem Humus auf den Knieflächen meiner Jeans. Ich bilde einen Hohlraum mit meinen Händen und schöpfe aus dem niedrigen Quellwasser. Falle vornerüber und ertrinke. Es ist der Wahnsinn. Alles ist blaukalt und es interessiert mich nicht. Ich falle gerade. Ich kann atmen. Um mich ist Wasser und ich bleibe ganz ruhig. An mir rauschen spitzkantige Felsen und gefährlich aussehende Tiefseebewohner vorbei. Esoterische Laternen tragen sie, versprühen kümmerliches Licht in abstrusen Farben. Es widert mich an. In solchen Momenten sollte man die Klappe halten können und das Licht ausmachen. Das gehört sich so, obwohl ich den Satz “das gehört sich so” hasse. Es riecht nach Räucherstäbchen und ich schließe meine Augen. Es ist wie fünf Minuten Orgasmus. Im Kopf. So muss sich Erleuchtung an fühlen. Ich werde gereinigt. Das kühle Quellwasser hat mich gefressen, es filtert meine Zellen, reinigt mich. Kühlt mich. Erfrischt mich. Azurblau beruhigt meine Gedanken und Gefühle. Es tut sehr gut. Es ist wie Alkohol. Bevor man betrunken ist und es einem schlecht geht. Und dieses Mal flieg ich auch wirklich. Naja ich gehe unter, aber dass ist hier relativ egal. Ich glaub ich find es schön. Aber was ist das für ein Gefühl? Seichte Ruhe mit einem Donnerschlag. [...]

<3
Ich will den letzten Satz nicht erraten. :-X