Monat: Januar, 2010

Archivaufnahmen belegen: Kraken erobern langsam die mitteldeutschen Wälder und Fluren. Immer mehr Sichtungen von wilden Oktopusrudeln in der freien Wildbahn. Ob sich der Trend gefährlich auf unser Rotwild auswirkt? Kwa hingegen ist ein Haus- und Hofkraken und begnügt sich daher mit Gärten. Die Farbe Grün ist das Wochenthema für Woche 5 im Projekt 52.

woche5 300x200 Die Farbe Grün

Studenten der Uni Siegen haben es schon erkannt. Wir befinden uns auf dem Campus eben jener Uni. Also mit dem Titelbild, ihr versteht. Studierende anderer Universitäten und andere “vom Fach” erkennen vielleicht auch die Person, deren Büste vor dem Eingang des Hauptgebäudes der Uni Siegen steht. Es ist Dwayne “The Rock” Johnson. (weiterlesen…)

Auf deinen Lippen

Ich nutze, schreibe, schreie frei
und liege unter Lampions,
mein Notizbuch stets dabei.
Der Stift, der Stift er rast
verflucht über das Papier,
tanzt in Idealismus, Tand
und süßer Nostalgie,
spricht Sätze alter Tage,
kleine Kosenamen, malt er
auf den Zettel, auf deine Lippen.
Ich benutze sie,
lass sie von mir – zu dir
zu dir, zu dir
huschen und sie funkeln sanft,
wenn ich dich, mit meinen Worten
warm zum Lächeln bring.


Der Liebhaber

“Herzallerliebst”, sagt er.
Meint er es auch so?
Er sagt das doch nur so.
Oder glaubt er fest daran?
Wenn er davon spricht,
wie sehr er Blumen mag,
die Phantasie bunter Farben,
den gewaltigen Kanon,
der zärtesten Sinne,
verwirrt in Verwirrung.

Der Liebhaber schätzt diesen Kosmos
hegt die Gedanken,
pflegt seine Pflanzen,
liebt ihre Knospen,
sieht Blätter sanft fallen,
wie zum Kompliment sacht gebettet.

Er kennt jeden Tautropfen,
gibt ihnen Namen,
liest jede Pore,
Tropfen wie Lupen,
verflucht die Maschine,
Maschine und Blume,
Florist mag die Blumen.
und um sie zu retten,
sich selber zu retten,
die Blumen zu retten,
muss er den Stiel
irgendwann brechen.

Der Sturm hat sich aufgelöst, der Staub der Verwüstung legt sich klebrig auf deine Haut, verstopft die Poren, du kannst kaum noch atmen, so schwer ist die Verwüstung. Die Haut vergisst nie. Mit rußverschmiertem Gesicht – schwarze Tränen fließen wie Ascherinnsale deine wunden Wangen herunter – suchst du deine Familie und du musst feststellen: Sie sind alle noch da.

Wir sind ein Volk, eine Spezies von Gewinnern. Fast monatlich stehen wir kurz vor der vollkommenen Auslöschung. Wir sind die, die dem Tod von der Schippe springen, tagtäglich. Die Kakerlaken unter den Tieren, von den Kakerlaken mal abgesehen. Ginge es nach den frühen 80ern, dann wären wir verkohlte Nuklearleichen unter einem sanften Bett aus radioaktivem Fallout. Nuklearer Winter nennt sich das, was hübsch aussieht, aber die Menschheit auslöschen wird, wenn das Wettrüsten zwischen den USA und der UdSSR so weiter geht. Die Haut vergisst nie. Wurde uns in den frühen 90ern eingeprügelt. Spätestens kurz nach der Jahrtausendwende wird niemand mehr vor die Tür gehen können. Wir müssen schnell ein Wundermittel gegen Hautkrebs finden, denn wir werden sonst Alle daran sterben. Hurra, ich lebe noch. Bovine spongiforme Enzephalopathie ist das Stichwort der gesamten 90er. BSE ist überall. Vor allem aber in eurem Schwammhirn, ihr Fleischfresser. Fresst keine Tiere, dann wird euer Hirn auch nicht weich und löchrig. MKS, Maul- und Klauenseuche, SARS, Vogelgrippe, internationaler Terrorismus. Und würden nicht die meisten Unfälle im Haushalt passieren – ich würd mich glatt nicht mehr aus dem Haus trauen. Anthrax. Über Luft und über Hautkontakt übertragbar. Die Haut vergisst nie. Also öffne keine Briefe/Pakete von Fremden. Entweder brennt deine Milz oder dein Haus danach.

Die Beispiele  gehen endlos so weiter. Mir fällt nicht mal mehr Alles ein, wovor ich die letzten Jahre Angst haben sollte. Ich war schon erstaunt, dass mir dieses ultragefährliche SARS wieder einfiel. Der “Ach, da war ja was”-Effekt[1. Bitte führt in den Kommentaren noch weitere Beispiele auf, die mir nicht einfielen].  Emotionsmanagment nennt man das. Man evoziert per medialem Einfluss gezielt bestimmte Emotionen. Natürlich aus Gründen des Marketing. Um entweder die eigenen Absätze zu steigern oder einer gewissen Lobby auf die Beine zu helfen (was auch nicht schlecht für den eigenen Geldbeutel sein sollte). Damit erzähl ich euch nichts neues. Ich will hier gleichermaßen aber auch Abstand nehmen, von Thesen, die besagen, dass die Schweinegrippe induziert wurde. Von den oberen 1000 der Welt, die der Meinung waren, dass die Weltbevölkerung dezimiert werden müsse. Oder dass das World Trade Center von den USA selbst sabotiert wurde, um eine Narrenfreiheit zu erlangen. So Theorien existieren tatsächlich mannigfaltig im Internet – und werden gerne geglaubt und aufgegriffen. Unfug, wenn ihr mich fragt.

Was ich will, ist ein realistischer Blick auf die Dinge. Ich will niemanden kreischen sehen, wenn die nächste Grippepandemie ausbricht. Ich will nicht, dass ein jeder seine Lebensgewohnheiten ändert, nur weil potentiell irgendwas gefährliches umher geht. Es ist lächerlich, dass die größte Gefahr, die sein soll, vor der ich 24/7 gewarnt werde. In Deutschland gibt es, korrigiert mich, wenn ich falsch liege, seit 2002 schätzungsweise äh..kein Terroropfer. Aber zigtausende Drogen-, Alkohol-, Verkehrsunfall-, AIDS-, Krebs-, Mordopfer. Gefahren sind überall. Und nicht nur, wenn sie gerade in sind. Zieht mal eine realistische Bilanz zur Schweinegrippe? Wie hart hat sie euch erwischt? Wie viele Menschen aus eurem Umfeld sind daran gestorben? Wer meinte, dass er sich impfen lassen muss? Wer spricht heute noch davon? Gleiches simultan zu BSE, MKS, SARS, Vogelgrippe, Terrorismus. Und wenn ich auf die Schneefront vor meinem Zimmerfenster schaue, dann legt sich eine eisige Schicht der Beruhigung auf meine Angst vor dem Ozonloch. Oder Hautkrebs. Denn die Haut vergisst ja bekanntlich nie.

Hoch und heilig hab ich mir vorgenommen in Zukunft öfter frisch zu kochen. Nachdem mir Samstag schon eine gnadenlos gute Portion Penne all’arrabbiata[1. Eher 2-3 gute Portionen :D ] gelungen ist, ist meine Motivation schier unendlich. Und ja, an dieser Stelle wird man sich fragen: Wieso? Nunja, bisher lebte ich hauptsächlich von dem, was man als Student in der ersten eigenen Wohnung so isst. Tiefkühlpizza, Pommes, Nudeln mit nüscht, Reis mit nüscht, Lieferdienstpizza, Nudeln mit Ketchup, Reis mit Ketchup, Ravioli. Rührei. Und naja, einige andere unsägliche Fertiggerichte. Aber das soll sich nun ein wenig ändern. (weiterlesen…)