Am Freitag wurde mir mal was geboten. Nachdem man mich vor ein paar Wochen freundlich dazu aufforderte, der Uni Siegen doch bitte 705,05€ zu überweisen, kam gestern eine kleine Entschädigung. Wie schön es doch sein kann, im Medienstudiengang zu sitzen. Während die Lehrämter versuchen mit 1500 Leuten eine Pflichtveranstaltung zu besuchen, quälen wir 70 Erstis uns mit DV- und vor allem HD-Kameras rum, sitzen in Tonstudios, vor Schnittplätzen. In Gruppen von 3-4 Leuten, besuchen für lau Museen und fahren mit dem Semesterticket durch ganz NRW, bis uns schlecht wird (naja das können die anderen Studiengänge auch – ist ja gut).

An besagtem Tag fand ich mich dann – wie das Schicksal manchmal so schelmisch spielt – nach dem Aufstehen auf einmal im Vorraum des Siegener WDRs wieder. Und siehe da, ein beträchtlicher Teil meiner Kommilitonen war auch da. Und unser Dozent in Audio-/Videoproduktionstechniken (ProTec). Und ein Führer, der uns in die heiligen Hallen des wichtigste der elf Lokalstudios des Westdeutschen Rundfunks einführen wollte. Schicksal, du lustiges kleines Tierchen.

So wurden wir fleißig umher geführt. Auf einmal fand ich mich im Studio der aktuellen Stunde wieder. Stand am Moderationsthresen und wurde von einer Myriade Scheinwerfer perfekt ausgeleuchtet. Die Teleprompter spiegeln mein interessiertes Gesicht und auf vier 42″-LCD-Panels kann ich meine Kommilitonen und mich sehen. Richtiger Weißabgleich, Blende sitzt und Schwarzwert passt. Wir könnten so auf Sendung gehen. Es gibt übrigens keine Kameramänner in diesem Studio. Die Kameras werden komplett, wie auch das Licht und der Ton, aus dem Regieraum ferngesteuert. Schon faszinierend, hätt ich ja nich gedacht. Ansonsten auch top ausgestattet, dieser Westdeutsche Rundfunk. Nunja, war auch immerhin das modernste und neuste Studio, welches sich im “neuen” Siegcarre eingenistet hat, welches übrigens auch das achsolovely Naschwerk beherbergt, welches ich jedem Siegenbesucher ans Herz legen möchte. Jawollja, das nur nebenher.

Zu guter letzt, bevor es in den Konferenzraum zur Fragestunde zurückging – in dem wir übrigens unsere kleine Tour auch begannen, bekamen wir noch Schnittplätze gezeigt und ja – sogottwollte – einen sehr redseligen Cutter. Der erzählte uns dann anderthalb Stunden von Gott und der Welt. Den Medienberufen. Das er nicht nur Techniker, sondern in wichtiger Instanz auch Gestalter und damit Künstler sei. Und Machwerke von ihm gabs auch. Dann zeigte er uns tatsächlich noch live, wie er mit zwei Videospuren eine Maskierung vornahm, um einen “Hintergrund-ischwarzweiß und vordergrundistbunt”-Effekt zu erzeugen. Groooßes Kino. :) Naja, das war eventuell nicht der Höhepunkt des Tages, aber dennoch sehr aufschlussreich und letztendlich ein nettes Schmankerl.

Und dann war er schon vorbei, so war er – mein Tag im Zoo WDR.