Auf deinen Lippen
Ich nutze, schreibe, schreie frei
und liege unter Lampions,
mein Notizbuch stets dabei.
Der Stift, der Stift er rast
verflucht über das Papier,
tanzt in Idealismus, Tand
und süßer Nostalgie,
spricht Sätze alter Tage,
kleine Kosenamen, malt er
auf den Zettel, auf deine Lippen.
Ich benutze sie,
lass sie von mir – zu dir
zu dir, zu dir
huschen und sie funkeln sanft,
wenn ich dich, mit meinen Worten
warm zum Lächeln bring.
Der Liebhaber
“Herzallerliebst”, sagt er.
Meint er es auch so?
Er sagt das doch nur so.
Oder glaubt er fest daran?
Wenn er davon spricht,
wie sehr er Blumen mag,
die Phantasie bunter Farben,
den gewaltigen Kanon,
der zärtesten Sinne,
verwirrt in Verwirrung.
Der Liebhaber schätzt diesen Kosmos
hegt die Gedanken,
pflegt seine Pflanzen,
liebt ihre Knospen,
sieht Blätter sanft fallen,
wie zum Kompliment sacht gebettet.
Er kennt jeden Tautropfen,
gibt ihnen Namen,
liest jede Pore,
Tropfen wie Lupen,
verflucht die Maschine,
Maschine und Blume,
Florist mag die Blumen.
und um sie zu retten,
sich selber zu retten,
die Blumen zu retten,
muss er den Stiel
irgendwann brechen.
