Ich heiße Sie, werte Leser, ganz herzlich willkommen, bei meinem zweiten Versuch zu kochen. Sie dürfen live dabei sein, wie ich mir diverse Körperteile – bei dem Versuch Dinge zu schneiden – abhacke, mir Chilisoße ins Auge träufle oder mich auf die heiße Herdplatte setze. Im Namen der Wissenschaft, versteht sich.
Genug förmliches Geblubber. Essen muss her, denn ich hab Hunger. Es soll schnell gehen, satt machen und das Fancylevel muss auf der international genormten Fancyskala mindestens 120 Punkte erreichen. Frohen Mutes und mit eben dieser Prämisse im Hinterkopf gehe ich also in meine Küche und siehe da, da liegen ja schon Sachen auf dem Küchentisch. Was haben wir denn da so?
Wir haben kleine Cocktailtomaten, Pinienkerne, Gorgonzola, Putenbrustfilets, Bandnudeln. Daraus kann man leider nichts machen. Blogpost beendet. Schade. ![]()
Naja, was solls. Schmeiß ich den ganzen Krempel halt zusammen. Vielleicht macht es wenigstens satt. Wir fangen mal mit der Pute an. Wir trennen fein säuberlich die Giftzähne und die angeschlossenen Giftdrüsen raus. Da Putengift auf Menschen lähmend wirkt, wäre es schlecht, diese drin zu lassen (wobei der Geschmack ähnlich der Walnuss sein soll), da wir sonst gelähmt vor unserem Essen sitzen und nicht weiter schaufeln können. Also Putengiftdrüsen rausfiletieren und das Raubtier in Streifen schneiden. Das gleiche gilt natürlich auch für die Tomaten. Nein, eigentlich nicht, fällt mir gerade auf. Also Tomaten haben logischerweise keine Giftzähne und in Scheiben schneiden wir die auch nicht, sondern in Hälften. Los, los!


Danach widmen wir uns dem, was mich arm machte. Pinienkerne. Ich mache die Tüte auf und es riecht schon lecker und lässt mich die 2,69€ vergessen, die ich für diese 60g zahlte. Bah, ihr kleinen Luder! Ich schmeiße sie zur Strafe in eine Pfanne und röste sie. Da dieser Prozess meine stete Wachsamkeit und Aufmerksamkeit braucht, müsst ihr es euch vorstellen. Foto gibts davon nicht. Wir machen das natürlich, wie wir alle aus dem Kochfernsehn wissen, ohne Öl oder irgendein andres Fett. Die Teile enthalten selbst ne Menge Öl. Jawoll. Lasst sie nich anbrennen, dann schmecken sie nich mehr ultrageil, sondern wie tote Indianer. Und das will ich echt nicht im Essen haben. Damit ihr aber nicht an Pfannenbildern darben müsst, zeig ich euch noch, wie ich meine Putenstreifen angebraten hab. Da hingegen wieder mit ein wenig Olivenöl. Die Jungs werden dann noch mit Salz, Pfeffer und Muskat in der Pfanne gewürzt.


Die Pute verbann ich nach dem Anbraten gleich wieder aus der Pfanne, den Fakt ignorierend, dass die Alde noch gar nicht richtig durch ist. Das werd ich ihr schon noch zeigen. Stattdessen kipp ich ein Glas Wasser (DAAAMPF AAAAAAH! *hust*) und einen Esslöffel Brühe in die Pfanne. Stell die Herdplatte etwas runter. Sicher ist sicher (Nebenbei köcheln schon die Bandnudeln vor sich hin). Was jetzt kommt ist pure Fingerfreude. Gorgonzola zerrupfen und ins heiße Wasser schmanzen. Das sieht schon ziemlich lecker aus und riecht appetitanregend. Find ich unfair. Ich stecke kurz den Kopf in die Pfanne, merke aber, dass das mehr Brandwunden gibt, als dass es satt macht. Weiter im Text. Wenn der Gorgonzola meint, dass er einigermaßen flüssig ist (muss man ihn nicht unbedingt fragen. Könnt ihr auch über seinen Kopf hinweg entscheiden) gibts die Tomaten dazu und nach ein bisschen Rühren die Putenstreifen, welche in der Soße nun schön fertig garen. Das Ganze sollte nicht kochen, weil das sonst den 3. Weltkrieg nach sich zieht. Das wollt ihr nicht, also lasst es auch. Jetzt den Schmatztopf mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Auch hier nicht geizen. Wobei der Gorgonzola schon recht salzig ist.



Wenn das ganze einigermaßen durch und ein wenig eingedickt ist, naja – dann ist es fertig. Ohne dass wir wirklich was taten. Wir schmeißen also die Nudeln auf einen Teller, arrangieren Tomaten und Pute auf dem Gesamtkunstwerk und garnieren den ganzen Krempel mit dieser verdammtgutriechenden Gorgonzolasoße, die uns so genial gelungen ist. Darüber geben wir dann die gerösteten Pinienkerne. Sachen gibts.


Was bleibt zu sagen? Das Ganze macht enorm satt. Ist ultralecker. Und eigentlich echt idiotensicher, wenn man die Pinienkerne im Auge behält und das Timing grob hinbekommt. Guten.
Quelle: Die wunderbare Hannah




Hunger :>
Sieht gut aus!
Die Putenbruststreifen hättest Du auch in der Pfanne lassen können, die muss man nicht rausnehmen. Und bei mir isst immer auch das Auge mit – mir fehlt Basilikum oder kleine Schnittlauchröllchen, irgend etwas Grünes halt. Ansonsten ein großes Lob: Deine Essen sehen fantastisch aus – ich bekomme Hunger! Für einen Anfänger wagst Du Dich an große Dinge heran, super! Wann gibt es den obligatorischen Schinkennudelauflauf???
Ich schau mal nach, ob gleich noch ein Zug von Köln nach Siegen fährt.
@Hannah: Bald kann ich für dich kochen! :>
Ja, das mit dem Basilikum wäre super gewesen. Meinte Hannah auch nachher. An der Optik muss ich noch arbeiten. War beim Curry noch schlimmer *g*
@Silke: Danke
@Anita: Danke
@stiller: Muss ich dich dann auch bespaßen? Ich hab bei dir immer das Gefühl, dass du ein unglaubliches Betuddelungsbedürfnis hast :>