Hunger gab es heute wieder, überraschenderweise. Irgendwie kommt der ja immer wieder, egal wie oft man ihn bekämpft (und glaubt mir, ich führte den Kampf schon oft. Mit schwerem Geschütz. Ohja.). Also musste was zu Essen her. Wie in einer Epiphanie, von göttlicher Hannahd geleitet, schrieb meine sterbliche Hülle also diesen kryptischen Zettel und machte sich schemen- und zombiehaft auf den Weg in die Stadt, als ich wieder zu mir kam, sah ich den Zettel und den Warentisch, der ungefähr so aussah:
Doch wie ein jeder guter Jünger, war ich natürlich erstmal in der Notlage das Wort, welches mir verkündet wurde deuten zu müssen. Schnell wurde mir klar, worauf es hinaus laufen würde (von wegen, ihr wisst ja alle, dass ich das Rezept von Hannah hab :> ). Es gibt Penne all’arrabbiata. Und als kleine Besonderheit selbstgemachte Chicken Nuggets. Wie bei Ronalds Oma zu Hause. Also Grandma McDonald. Das bin ich, seht her!
Das Huhn – Akt 1
Für die kleinen Huhnschrapnelle machen wir also eine leckere Panade. Dafür nehmen wir zu gleichen Teilen Weizen und Maismehl. Ein Erzeugnis des Huhns, also ein Ei. Wobei mir gerade erst einfällt, wie makaber es ist, dass man den Nachwuchs des Huhns dazu benutzt, dass die Knusperschicht am toten Leib des Huhns haften bleibt. Naja, man kanns nicht jedem recht machen. Selber schuld, dass sie gut schmecken. Also Mehl, Ei und Milch. Und dann nach belieben würzen. Bedeutete bei mir: Pfeffer, Salz, recht viel Paprika, ein wenig Chilipulver und Muskat. Das macht das Huhn zu einem echten Huhn. Also, es ist quasi eine Metamorphose innerhalb seiner Art, zu einem grandiosen seiner Art. Also vermengen wir das Ganze gut und rühren es zu einer homogenen Masse ohne Klümpchen. Dann bei Seite stellen und sich setzen lassen (als wär der Teig ein alter Mann mit Hut). Der kann warten.



Die Soße – Akt 2
Wir widmen uns nun unserem Protagonisten. Er ist Italiener und hat Feuer. Höhö. Klischees sind dann auch bedient. Check. Auf jeden Fall wollen wir eine Tomatensoße all’arrabbiata machen. Dafür schneiden wir erstmal zwei Zehen von unserem gefangenen Folteropfer Knoblauch. Also genauer gesagt schälen wir sie und halbieren die kleinen unintelligenten Lebensformen. Das gleiche Spiel mit der Schalotte. Schälen und halbieren. Die halben noch mal halbieren. Sterneköche sprechen hier von “vierteln” (Ich sollte ein Kochbegriffe-Wiki in Betracht ziehen). Dann schälen wir noch die Chili. Das stimmt nicht, aber ich will, dass es jemand ausprobiert. Also wir schnippeln den Stiel ab und schneiden dem Übeltäter den Bauch auf und holen das Gekröse, welches sich als kleine Kerne offenbart, heraus. Diese wundervolle Gewürzmischung geben wir in den Topf, der unserer Soße Heimat wird. Und braten sie mit Olivenöl an. Wenn das Ganze den Geruchstest mit “sehr geil” besteht, löschen wir es mit den Dosentomaten ab. Einfach rein damit und beim Zischen in Deckung gehen. Hübsch nachwürzen, abschmecken. Ich tat Basilikum rein und natürlich Salz und Pfeffer. Danach die Soße weiterköcheln, aber besser (ist für den Geschmack ganz gut) nicht anbrennen lassen. Ich hab ihr im Endeffekt fast anderthalb Stunden gegeben. Immer wieder abgeschmeckt und nachgerührt. Klingt jetzt nach viel Arbeit, ists im Prinzip aber gar nicht und Vorsicht Spoiler es lohnt sich.



Das große Finale
Wir nähern uns jetzt langsam dem donnernden Crescendo. Ab hier ist gutes Timing gefragt. Die Rigatoni sollten rechtzeitig fertig sein. Und auch das Fleisch sollte man nicht unterschätzen. Das ist recht schnell fertig und Zack steht man da, vor nicht vollendeten Tatsachen. Also, der Plan sieht wie folgt aus. Sorgt dafür, dass eure Nudeln rechtzeitig fertig sind. Die werden wir dann in die passierte Soße schmeißen. Dafür müssen wir die Soße natürlich passieren. Also durchn Nadelöhr (oder bei Bedarf auchn Sieb) drücken. Dadurch bleiben die dicken Schalotten (klingt wie ne Berliner Prostituierte), der Knoblauch, Chili und die mopsigen Tomatenstücke zurück und der Rest läuft wohlschmeckend und gut konzentriert in einen anderen Topf. Den Siebinhalt könnt ihr jetzt wegwerfen oder einrahmen. Wenn das passiert ist, kommen da die Nudeln rein, werden ein wenig geschwenkt und der Grana Padano darf fleißig Keeseeefeeeden zwischen den Nudeln ziehen. Aber so weit sind wir noch nicht, denn simultan dazu müssen Grandma McDoofs Hühnchenschrapnelle noch gemacht werden. Wir stellen also ne große, hohe Pfanne auf und füllen sie großzügig mit Öl. Dann schmeißen wir das tote Huhn, welches wir in chickennuggetgroße Hühnerwürfel geschnitten haben einfach achtlos in die noch cremige Panade. Wenn das Öl jetzt heiß is wie Frittenfett, dann schmeißen wir die kleinen Piloten einfach in den Krieg. Sie sollten jetzt im Öl tauchen und auch ihre Köpfchen sollten einigermaßen bedeckt sein. Wenn nicht, drückt sie etwas runter. Da backen Grandma McDoofs Hühnchenschrapnelle jetzt aus und werden goldenknusprig. Meine Pfanne war übrigens nicht heiß genug, daher waren sie schon seeehr durch, aber noch nicht riiichtig tiefbraun, wie sie sein sollten. Also ruhig richtig Hitze unterm Hühnerarsch machen. Wenn Grandma McDoofs Hühnchenschrapnelle eurer Meinung nach fertig sind, dann legt sie auf einen Berg aus Küchenrolle, damit ihnen das Fett aus ihren Hühnerärschen abgesaugt wird.



Die Moral von der Geschicht’
In der Zeit sollte dann ungefähr auch die Nummer mit den Nudeln abgeschlossen und durchgeschwenkt sein. Und zappzarap, haben wir ein wundervolles Essen. Wir arrangieren die Rigatoni mit der all’arrabbiata auf unserem Teller, drapieren Grandma McDoofs Hühnchenschrapnelle drumherum und obendrauf. Zwei hübsche Blätter, die wir von Mr. Basilius Basilikum (unserem Basilikumstrauch) geliehen haben, verleihen dem Ganzen die nötige Eleganz.






Hach, dich mach ich noch zum Meisterkoch <3
@Hannah: gib ihm mal ein rezept mit pilzen
Ich weiß nicht, ob ich da eine Chance habe
Generell bei Gemüse ist ja schon immer meine Überredungskunst gefragt xD
Meisterkoch!
…kannst du bald mal zeigen, die tante und mum kommen zum essen
…ich freue mich schon auf das Essen – mhmhmhm
Herausforderung ist angenommen. Wann kommt ihr? Es erwartet euch ein Drei-Gänge-Menü, dessen Planung ich gerade im Kopf begonnen hab.
freitag abend wäre gut
und…wir werden, hier darüber berichten!
Wie geil ist das bitte geschrieben… und wie nebenbei auch noch so, dass man es vermutlich recht gut nachkochen kann. (als wär der Teig ein alter Mann mit Hut). Der kann warten. Zu geil
Mjam. Vergleich erstes und letztes Foto kommt auch gut… wenn ich mir das noch länger angucke, krieg ich Hunger.
Ich muss nu auch ma hier zusenfen… Ich find das ja ne super Sache alles und so und ist auch tutti dass du das hier für doofe (~mich) bloggst, ABER:
“Das passt dazu” passt nicht dazu…ich mein, wenn da ja stünde: “Ein Steak” dann wär das ja kein Thema… Aber dein Essen ist bestimmt zu lecker und zu hübsch für die Dunkelkammer
De Cecco Nudeln sind die geilsten.