Oft vergrub ich sie im Sand, wenn wir Urlaub am Meer machten. Sie gruben sich wie kleine Maulwürfe in den semiwarmen Sand unterhalb meines Strandhandtuches, welches auf einer dieser merkwürdigen Strandmatten aus getrockneten Halmen zusammengebunden war und nach dem Urlaub wegwerfbereit war. Dort waren sie vor der Sonne, aber vor allem vor neugierigen Blicken sicher. Denn ich war mir sicher, dass jedem auffallen muss, wie merkwürdig er aussieht: Die Rede ist von meinem kleinen Zeh.

Heute akzeptiere ich weitestgehend, dass er recht klein ist, nur aus einem halben Glied zu bestehen scheint und eher die Form einer Tschernobylkartoffel hat. Naja und der Zehnnagel ist dementsprechend auch komisch. Meine andren Zehen sind übrigens richtiggehend sexy. Sie sind weder zu lang noch zu kurz. Sie sind glaub recht gerade und können sich einigermaßen sehen lassen. Aber immer wieder kommt mir eine wahre Fußphobie entgegen. Von ganz vielen Menschen in meinem Umfeld hör ich regelmäßig, dass Füße ekelhaft sind. Jetzt hab ich mich endlich mit meinem Schicksal abgefunden und bekomme – entgegen meiner Sozialisation – nun doch eingetrichtert, dass die Dinger, auf denen ich die Welt überquere doch irgendwie eklig sind. Das tut weh. Nein – Unfug, wir werden jetzt nicht melodramatisch. Aber woher kommt denn diese Scheu vor Füßen?

Liegt es an dem offensichtlichsten Merkmal, welches uns der Slapstick über Füße lehrte? Der Geruch. Das kann schon mal nicht angehen, denn diese Fußphobie wurde mir die ersten Male, vom anderen Geschlecht ausgehend, im Freibad gewahr, wo ich sie quasi den ganzen Tag wusch. Und da sich die Fußphobie auch auf die eigenen Füße bezog (wie lustig, dass man schlechterdings nicht vor ihnen weg laufen kann), kann man davon ausgehen, dass die Person ihren eigenen hygienischen Standard einhält. Denk ich zumindest mal. Somit fällt die Fußhygiene, respektive der Geruch schon mal für die Abscheu vor Zehen weg.

Ist es vielleicht das adrige Auftreten? Über den Ottonormalfuß, im Besonderen seinen männlichen Vertreter, laufen gerne mal die ein oder anderen Blutgefäße. Auch dickere. Das leuchtet mir auch ein, denn die Füße haben im Regelfall ja einiges zu tun. Da bekäme ich auch Durst. Also haben die sich da unten ein paar gute Leitungen verlegen lassen. Wird aber einfach widerlegt, weil ich des öfteren schon bemerkte, dass das bei Unterarmen gerne gesehen ist. Also scheint das auch nicht des Rätsels Lösung zu sein. Zumindest nicht der Weisheit letzter Schluss.

Ich für meinen Teil, warum auch immer, mag meine Füße. Und hab auch kein Problem mit denen von anderen Menschen. Wie gehts euch da so? Auch Fußphobiker? Seid ihr kitzlig? Stinken eure fiesen Treter? Jetzt mal Butter bei die Füße.