Okay, wir fangen diesen Beitrag schon mal mit dezentem Prahlen an. Wir unterteilen unser Prahlen in zwei Stufen
- Von den Gerichten, die ich bisher hier vorstellte, fiel mir keines so leicht, wie dieses.
- Es war noch keins so geil wie dieses.
So. Auf dieser Prämisse aufbauend können wir doch arbeiten. Begleitet mich in eine grünnudelige Tomatensahnewelt. In die Welt von Lutz dem Lachs. Lutz ist heute nur ein Tiefkühlgenosse. Das hilft uns Lutz zu pfählen. Denn dann ist er nicht ganz so bröckelig, wenn wir ihm einen Pflock durchs Herz rammen. Lutz ist nämlich Vampirfisch.



Wir würfeln den Guten also, damit er mundgerecht aufgespießt werden kann, das klingt im Endeffekt viel weniger brutal, als es ist. Also pflocken wir ihn auf den tollen Schaschlikstäbchen, die ich liebend gern benutze, um mit meiner Zuckerwattemaschine..nunja..halt Zuckerwatte zu machen. Immer abwechselnd landet Lutz auf der Lanze, ein Lutz, ein Tomätchen. Damit hab ich mir zwei Spieße gemacht. Denn da diese ganze tolle Blogreihe ja auch nur dazu dient, mir das Kochen näher zu bringen, begeben wir uns heute auf Versuchsland. Neuland. Versuchskaninchen. Wir begeben uns aufs Versuchskaninchen, so. Wir werden gleich an vier Baustellen gleichzeitig netten Frauen hinterherpfeifen. Aber dazu unterhalb der tollen Bilder mehr.



So, die vier Baustellen. Ne gute Handvoll Cocktailtomaten halbieren wir für die Soße. Und stellen sie in einem formschönen Schüsselchen beiseite. Das ist praktisch und wirkt professionell, wenn wir gleich nur noch ein Schälchen nehmen müssen, um unsere Zutaten zu einem Meisterwerk zu komponieren. Die zweite Baustelle sind Nudeln. Aus Farbgründen und weil ich auch mal was andres brauche hab ich mich für Spinatbandnudeln, also so lustige, grüne Wabbeldinger, entschieden. Nudelwasser kann sich als aufgesetzt betrachten. Jetzt fragt ihr euch natürlich was die anderen beiden Baustellen sind. Und verfluchtnocheins, das ist eine gute Frage. Die anderen beiden Kriegsschauplätze sind die beiden Spieße, denn wir werden rumprobieren. Und ich werde euch direkt spoilern. Also, einen werden wir in der Pfanne machen. Das ist schön leicht, einfach auf niedriger Temperatur garen. Bisschen Öl in die Pfanne, Rosmarin, Pfeffer, Salz. Holla. Da kann man – außer zu viel Hitze – nich viel falsch machen. Nicht mal ihr.
Der andere Spieß ist da schon spannender. Wir trennen so viel Alufolie von unserer Alufolienrolle ab, als wollten wir Lutz einpacken und Mama zum Muttertag schenken. Also richtig nett zum verpacken. Schleifchen nur, wenn ihr wollt. Dann bepinseln wir auch diesen Untergrund – synchron zur Pfanne – mit dem Öl unseres Vertrauens, legen Lutz mittig, orthogonal zur Außenkante, auf die metallene Folie, geben als Grabbeilagen ein paar Ästle frischen Rosmarin und natürlich Gewürze in Form von Myrrhe und Weihrauch Salz und Pfeffer dazu. Reichlich. Dann verpacken wir den Mops luft- und auslaufdicht und schicken ihn in die Hölle, gepflockt. Im Sarg. Mit Grabbeilagen, bei 160°C Umluft. Soll er schmorren. Was die Garzeit angeht: Ich hab keinen blassen Schimmer, meiner war so nach 15 Minuten echt lecker, wobei ich die letzten 5 Minuten die Grillfunktion meines Ofens nutzte. Müsst ihr echt mal ausprobieren. Es lohnt sich in jedem Fall. Der aus der Pfanne ist schon nett. Aber aus dem Ofen. Das äh..also..Junge…



Währenddessen machen wir unsere Nudeln klar, kümmern uns um den Spieß der in der Pfanne verrückt wird und vor allem: Die Soße. Wir haben den Restlutz klein und fein gewürfelt. Braten also ein wenig Tomatenmark und den Würfellutz in dieser Pfanne leicht an, reduzieren dann schlagartig die Hitze, würzen den Pfannenfisch mit Salz, Pfeffer, Muskat und auch hier sollte ein Baum Rosmarin nicht fehlen. Wenn das ganze riecht als hätte es ein Killeraroma, dann schütten wir nen Pott Sahne dazu, denn heute ist Sahnetag. Schmecken das ganze nochmal mit Salz, Pfeffer und Muskat ab. Leckerschmecker, wenn ihr es richtig macht. Wenn das ganze ein bisschen vor sich hingereift ist, gibts noch die halbierten Tomaten dazu. Aus der Schüssel. Guckt dabei möglichst wie ein Kochprofi, das tut gut.



Danach bleibt eigentlich nur noch das Checken, ob der kleine Fisch im Backofen gut ist. Wenn er denn ist, dann einfach die Nudeln ausm Nudelwasser. In ein Sieb, naja ihr kennt das ja. Auf den Teller, Soße mit Würfellutz und Tomaten obendrauf und die Spieße nett drapieren. Schon haben wir ein Essen, was naja, also Gott, sorry, aber du bist dagegen ein kleines Licht. Bin auf jeden Fall begeistert und pappsatt. Empfehle definitiv die Backofenvariante, weil das Aroma nochn ganzen Tick geilianer ist. Werde die genaue Garzeit mal noch ausloten müssen, aber das kriegt man schon hin. Der Rest ist tatsächlich kinderleicht und vermutlich noch leichter, als er hier klingt. Es ist nur Nudelkochen, den Fisch aufspießen, in den Backofen legen und machen lassen. Und naja, die Soße zusammenschütten, köcheln lassen und vernünftig abschmecken, aber das ist ja nun wirklich nicht das Problem, da zum Abschmecken auch Naschen zugehört. Demnach ein Opfer, dass man eingehen muss ![]()
Guten Appetit



Dank geht natürlich – wie jedes Mal – für Geduld und guten Rat an Hannah

Deine Mama freut sich bestimmt sehr, wenn du ihr gewürzten Lutz und ein Rosmarinbäumchen zum Muttertag schenkst oô
Oh man seit einiger Zeit verfolge ich das was du hier machst und ich sterbe gleich vor Hunger… danke für die Inspiration! Sieht großartig aus!
geil =D und hannah guckt dir dann beim kochen per webcam zu!
Würfellutz ist das Wort des Jahres 2010. (<- Punkt)
@Hannah Hör ich da Ironie? Natürlich freut die sich!
@S Bei so viel Inspiration willst du mich doch sicher bekochen, oder?
@chaosmacherin Das Stichwort ist Qualitätskontrolle
@Basti Ich verbeuge mein Haupt vor dem Meister der Worte der Jahre 2000-2009
[...] kommt direkt der nächste Beitrag, denn heut ist wieder Sonntag. Eben machte ich nochmal leckeren Lachs und aß ihn, Sonnenstrahlen in mein Gesicht scheinen lassend, dann klingelte noch meine Frau Mutter [...]