Chris: Dieser Text entstand während Julias Praktikum beim Polaroidmedchen. Wenn er euch gefällt, dann sagt das bitte. Wenn nicht, dann haltet euch mit eurem Unmut nicht zurück. Vielleicht schreibt diese Praktikantin bald öfters hier.

Ein paar Zeilen sind schnell geschrieben, was jetzt noch fehlt ist der Klick, der das ganze besiegelt. Soll ich? Soll ich nicht? Schließlich sitzt am anderen Ende der Leitung irgendwo jemand, der sich dieses verbal Erbrochene später zu Gemüte führen darf. Also wird einmal alles markiert, die Entfernen-Taste gedrückt und auf einen kreativen Einfall gewartet. Natürlich ist diese Schreiberei auf Knopfdruck nicht so mein Ding. Tut mir Leid, Thema hinknallen, einen Zeitrahmen vorgeben und dann ein perfektes Resultat auf dem Blatt Papier erwarten, läuft bei mir nicht. Zumindest nicht außerhalb des grauen Betonklotzes, der mich einige Stunden in der Woche verschluckt, meinen Kopf missbraucht und in seltenen Fällen auch mal für eine (fast) schlaflose Nacht sorgt. Und alles damit die Punkte in die Töpfe purzeln und ich irgendwann einmal – ganz in Payback-Manier – ein Blatt Papier mit einer Zensur in der Hand halten darf. Und was dann? Wieder die Frage: Soll ich oder soll ich nicht?

Entscheidungen über Entscheidungen über Entscheidungen. Wieso nicht einfach was wagen? Manchmal ist man schließlich nur einen Klick davon entfernt, genauso wie jetzt. Ein paar Zeilen sind schnell geschrieben. Als ein Ventil für den Gedankenüberfluss, um Ordnung in das Gedankenwirrwarr zu bringen, manchmal auch einfach um Momente einzufangen und festzuhalten, damit die Erinnerungen nicht verblassen und das Erlebte nicht in Vergessenheit gerät. Das Leben, zusammengesetzt aus Worten und Bildern, untermalt mit dem eigenen Soundtrack. Mit dem Willen, einen Weg nach draußen zu finden, fremden Menschen zu begegnen und Emotionen auszulösen.Vielleicht bin ich nur noch einen Klick davon entfernt – aber das letzte Wort liegt in den Händen des Medchens.

Aber erst nach diesem finalen Klick.