Vorbei. Oder besser: Ende der Schreckensherrschaft der Vorlesungen SS2010.

Das es manchen Universitäten nicht geläufig ist, dass der Bonner Wahlspruch „Nicht jede Vorlesung ist es wert, besucht zu werden“ einige Kilo an Begründungen hat und somit legitim ist, ist nicht mehr zu verleugnen. Große Ankündigungen á la „Anwesenheitslisten werden reduziert und teilweise abgeschafft!“ verdursteten auf den ersten Strecken dieses mittlerweile herbstlichen Semesters sang und klanglos.

Das die Gründe dafür in den Studienordnungen bis tief in den Dschungel der Uni-Bürokratien führt, weiß mittlerweile spätestens jeder Dritt- oder Viertsemester. Überhaupt war es ein Semester voller gefühlter „unerfüllter Erwartungen“. Rektorat, Dekanate und AStA versagen bei dem Versuch, einen Grundpfeiler der Kommunikation und Transparenz zu errichten. Die Kluft zwischen den Generationen und die Spannungen aus den Tagen der Studentenproteste waren bei jeder Sitzung, in jeder Podiumsdiskussion und bei jeder Tagung allgegenwärtig. Gift wurde mit noch mehr Gift bekämpft. Trotz wurde mit Trotz überschüttet. Was soll denn nun werden? Das hat sich nicht nur Georg Simmel vor der Revolution 1918 gefragt, sondern auch ich frage mich, was nun auf mich zu kommt. Während andere Universitäten eben jenes Unkraut aus Scheine-Abholen, Kommunikationsproblemen, öffentliche Nahverkehrsanbindungen undwiediekleinenpflänzchenallesoheißen schon teilweise vor Jahren vernichten konnten, steckt die Universität Siegen spätestens seit diesem Frühjahr so tief im durchwucherten Morast, das die Hoffnung auf Besserung langsam völlig schwindet. Klar, wieso nicht noch drei oder vier mal im roten Hörsaal schlafen und ein bisschen mosern und Bierchen trinken, aber seien wir mal ehrlich, schön war die Zeit, aber Spuren sind und bleiben wohl rar.

Blicken wir also auf das kommende Wintersemester, mit seinen Erstsemester-Studis und den harten Siegener Schneetagen. Warten wir der Tage die da kommen mögen. Möge die Mensa auch weiterhin mit uns sein.