Die Königin, die sie alle vereint.
Schmerzlich tief sitzt noch immer die Banalität der Alliteration “Café Chaos”, die gemütliche kleine Kaffeeküche inkl Sitzgelegenheiten mit Terasse im B-Trakt des Adolf Reichwein-Campus der Uni Siegen. Alte AStA- und Antifa-Plakate, Spuckis auf Wänden und Möbeln, unvollständige Regale mit unvollständigen Schachspielen und ein Haufen Kram, quasi der Traum eines jeden Messis. In dieser Umgebung treiben sie sich also rum; Die AStA-Feen, die Antifas, die hippen Geisteswissenschaftler und die grüne Birkenstock-Brut, in friedlicher Eintracht, alle zusammen. Ich meine, die Verknüpfungen sind ja auch da, schauen wir uns doch nur mal Birgit an.
Gebeutelt durch den Vornamen und die eigene Schullaufbahn fand sie einen warmen Platz im Schoß des ungekrönten Platz 2 der Fraktion unserer Gesellschaft, die wie fast keine andere für schnelle Identifikation und Akzeptanz steht: Die Links-Alternativen. Angefangen von ihrem ersten Brieffreund in Guatemala, über ihre erste Dritte-Welt-Laden-Handtasche aus Jute, bis zur ersten Beisitzen beim AStA-Aussschuss, hat sie sich einen Namen als trendige Protest-Ikone ihrer Schule und mittlerweile auch ihrer Uni gemacht. Die Dreadlocks sind die Krone, das Tuch im Haar ihr Insignium, das Nasenpiercing ihr Markenzeichen, der Anti-Genfood Button ihre Agenda und die Sandalen, tja…die gehören wohl einfach dazu. Eine Königin, eine Mutter, eine Vorreiterin.
Morgens trifft sie als eine der ersten in der Uni ein und kocht für alle Frühaufsteher Fair-Trade-Kaffee aus Guatemala, den ihr Brieffreund aus Guatemala ihr empfohlen hat. “Warst du schon mal in Guatemala?” fragt eine junge Philosophie-Studentin. Kann ein Morgen besser beginnen als mit einer dicken Extra-Portion Guatemala?
“Nee du, aber ich will unbedingt. Morgen kommt ein Student hier hin, der hält einen Vortrag. Er hat in Guatemala ein FSJ gemacht!” Das Leuchten ihrer Augen verliert den Fixpunkt, wenn man Guatemala spritzen könnte, sie würde es tun. Die Philo-Studentin ist nur mäßig interessiert, kann sich das allerdings auch rausnehmen, da Philo-Studenten zum Hauptklientel des Etablissements gehören. Ganz anders die kleineren Gruppen: Der radikale Antifaler, der zum Nazis-Klatschen nach Leipzig fährt und jeden Montag eine neue Narbe vom Wochenende mitbringt; Der superschmächtige Super-Veganer, der mit Bart, Brille und Dreadlocks aussieht wie ein Vollkorn-Wattestäbchen; Der verirrte Metaller mit den langen Haaren und den unlesbaren Band-Shirts, immer bedacht “Saufen” und “Metal” als Fahnen für den linken Widerstand hochzuhalten; Die burschikose Vollblut-Lesbe mit der dreckigen Lache usw. usw. Es gibt viele kleine Gruppen innerhalb der Rotbäckchen-Fraktion, mal grüner, mal roter, mal schwärzer. Und einige von ihnen sind sicherlich einen eigenen Beitrag wert, denn: Das ist ein mächtig großes Fass…

Süß x3
Nicey, nicey. Ich glaube ich hab Petra neulich gesehen
Oh, du schriebst Birgit, ich hab mir die ganze Zeit ne Petra vorgestellt, hoffe du verzeihst…